Historie

Die Familie Ruppert ist schon seit Jahrhunderten in Hammelburg ansässig. Die Rupperts haben seit je her mit Landwirtschaft, Wein- und Obstbau ihren Lebensunterhalt verdient. Alfons Ruppert, geb. 1913, und seine Frau Franziska Fella, geb. 1917, legten ihr Hauptaugenmerk auf den Weinbau, und schufen somit die Grundlage für das heutige Weingut in der Oberen Stadtmauer. Nachdem Alfons Ruppert die Weinbauschule in Veitshöchheim absolviert hatte, war er 1938 der erste in Hammelburg, der seinen Wein in Flaschen abgefüllt und vermarktet hat. Zuvor wurden die Weine nur aus dem Fass verkauft und in der Heckenwirtschaft ausgeschenkt. Der älteste, noch vorhandene Bocksbeutel ist eine Flasche des Jahrgangs 1938. Zur Zeit des zweiten Weltkrieges befanden sich ca. 1 ha Rebfläche im Besitz der Familie.1946 kam Alfons Ruppert aus der russischen Gefangenschaft frei. 1950 wurde Hans Ruppert als zweiter Sohn der Familie geboren. Hans übernahm später den Betrieb.

1958 reizte Alfons Ruppert die Herausforderung, auch in anderen Regionen Wein an- und auszubauen. Er zog samt Familie nach Freiburg im Breisgau, wo er als Weinbau- und Kellermeister von 1958-1964 in einem Weingut am Schlossberg arbeitete. Die eigenen Weinberge in Hammelburg wurden „nebenbei“ bewirtschaftet. Trotz seines Erfolges (viele hoch prämierte Weine) zog es die Familie in die Heimat zurück, wo Alfons im Herbst 1964 in Hammelburg eine Stelle als Betriebsleiter beim Weingut Paul annahm. 1966 wurde das aus dem 17. Jahrhundert stammende Wohnhaus in der Oberen Stadtmauer 12 durch einen Neubau mit erweitertem Keller ersetzt.

Hans Ruppert absolvierte eine Winzerlehre beim Staatlichen Hofkeller am Stein in Würzburg, die er 1967 erfolgreich abschloss. In seiner Gehilfenzeit war er beim Staatlichen Hofkeller in Hörstein und beim Weingut Paul in Hammelburg beschäftigt. Im August 1973 legte er seine Meisterprüfung mit Erfolg ab. Nach einjähriger Anstellung bei der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau als Meister, drückte er nochmals die Schulbank, um sich zum Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft weiterbilden zu lassen. Nach erfolgreichem Abschluss der Technikerschule arbeitete er bei der Landesanstalt im Versuchsanbau.

Im Juli 1977 heiratete er seine Frau Christiana Fella. Kurz nach der Hochzeit wurde das Weingut Paul verkauft. Diese Chance nutzte er, sich ab 01.05.1978 selbstständig zu machen. Der Betrieb wuchs auf 3,6 ha. Der Ertrag von ca. 1 ha wurde aufgrund noch nicht erweiterter Vermarktung an die Stadt Hammelburg abgeliefert. 1980 wurde Tochter Karin geboren. 1983 und 1989 folgten die Söhne Stefan und Matthias.

Die vorhandenen Räumlichkeiten wurden schnell zu klein, sodass ein Neubau unumgänglich wurde. Der Bau mit Keller, Verkaufs- und Wirtschaftsräumen und Wohnhaus wurde in unmittelbarer Nähe unterhalb des Hüterturmes 1990 erstellt. Am 7. Oktober desselben Jahres verunglückte Hans Ruppert auf tragische Weise und verstarb am 12. Oktober 1990. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Betriebsgebäude noch teilweise im Rohbau. Nach reiflicher Überlegung und mit großer Unterstützung der Eltern und Schwiegereltern führte Christiana Ruppert das Weingut mit der Hoffnung auf die Söhne weiter. Ab 1991 wurde sie im Weinbau und im Keller durch den Winzermeister Thomas Müller auf Maschinenringbasis unterstützt.

Die neuen Räumlichkeiten ermöglichten eine verbesserte Vermarktung der gesamten Ernte in Eigenregie, sodass die Ablieferung entfallen konnte.

Als  Alfons Ruppert 1998 starb, übernahm Julius Fella, der Vater von Christiana, die Verantwortung für die Obstbäume des Weingutes. In der Brennerei destilliert er verschiedene Schnäpse.

Stefan Ruppert absolvierte seine Lehre zum Winzer von 2000 bis 2003 bei der Städtischen Weinkellerei Schloss Saaleck in Hammelburg und schloss sie als Jahrgangsbester ab. Anschließend arbeitete er als Gehilfe im Weingut Heinrich Männle in Durbach/Baden, das nach DLG zu den besten 100 Betrieben in Deutschland gehört. Dort wurden seine Kenntnisse in der Rotweinbereitung sowie im Baumschneiden und in der Herstellung von Schwarzwälder Kirschwasser erweitert.

2004 bis 2006 besuchte Stefan die Technikerschule der Landesanstalt für Weinbau und Kellerwirtschaft in Veitshöchheim. Im Rahmen des sog. Leonardo da Vinci Projektes, das von der Schule unterstützt wird, arbeitete er 2 Monate beim Weingut Mantlerhof im Kremstal/ Österreich. Von 2006 bis 2017 arbeitete Stefan als Weinbautechniker im Weingut Baldauf in Ramsthal, das ebenfalls zu den DLG Top 100 der deutschen Weingüter gehört. Um seinen Horizont in der Weinwelt zu erweitern arbeitete Stefan Ruppert 2007 für 4 Monate in Neuseeland auf dem Weingut Framingham. Seit 2017 konzentriert er sich auf das eigene Weingut und unterstützt Mutter und Bruder Matthias.

Matthias Ruppert absolvierte seine Weinbaulehre von 2005 bis 2008 in der Landesanstalt für Wein und Gartenbau in Veitshöchheim. In seinem Gehilfenjahr arbeitete er zu Hause, im Weingut Baldauf, sowie für 3 Monate im Weingut Framingham in Neuseeland. Ab Herbst 2009 besuchte Matthias die Technikerschule für Weinbau und Kellerwirtschaft in Veitshöchheim. Das Leonardo da Vinci Projekt ermöglichte ihm ein Praktikum über 2 Monate in Portugal auf den Weingütern Quinta da Leda und Quinta do Seixo. Beide Weingüter gehören zur Firma Sogrape Vinhos SA. Im Juli 2011 erhielt Matthias Ruppert ebenfalls sein Technikerzertifikat für Weinbau und Kellerwirtschaft.

Somit treten die beiden Söhne Stefan und Matthias Ruppert in die Fußstapfen ihres Vaters und Großvaters und führen die Tradition fort. Tochter Karin bringt ihre Kenntnisse im Bereich Marketing und Korrespondenz gerne ein. Christiana Ruppert ist bis heute die Betriebsleiterin vom Weingut Ruppert.